Gänsberg
Die Straße am Gänsberg in Spiesen ist in einem baulich sehr schlechten Zustand. Daher hat der Gemeinderat in Zusammenarbeit mit der Verwaltung beschlossen, die Straße grundhaft zu erneuern. Das bedeutet, dass auch der gesamte Unterbau bis zu einer Tiefe von 60 cm erneuert wird.
Bei Straßenerneuerungen prüft das Bauamt immer parallel auch den Zustand der Kanäle. Auch hier war am Gänsberg Handlungsbedarf. Die Schadensbilder lassen jedoch eine Sanierung zu, sodass der vorhandene Mischwasser Kanal (MW-Kanäle führen sowohl Schmutzwasser aus den Häusern, als auch Regenwasser ab) nicht erneuert werden muss, sondern im sogenannten Inlinerverfahren ertüchtigt wird. Dabei wird ein Kunstharz getränkter Schlauch aus GFK Trägermaterial in die Kanalhaltungen eingezogen. Dieser wird anschließend mit Druckluft aufgeweitet, sodass er sich an die Rohrwandungen anlegt. Das Harz wird dann durch UV Licht, ausgehärtet. Ein so sanierter Kanal, kann bezüglich der Haltbarkeit durchaus mit einem neuen Kanal aus Kunststoffrohren gleichgesetzt werden.
Zusätzlich soll ein Regenwasserkanal (RW) neu verlegt werden. Die Gemeinde hat ja bereits 2007 damit begonnen durch die Ortsmitte einen neuen Regenwassersammler zu bauen, der hinter dem WZB beginnt und im Mühlental endet. Daran sollen nach und nach immer mehr Straßen und Wohngebiete angeschlossen werden. Man spricht hier von einer „Fremdwasserentflechtung“, da Regenwasser nicht mit dem Schmutzwasser vermischt wird. Regenwasser muss ja nicht in einer Kläranlage gereinigt werden. Daher werden diese Maßnahmen auch vom Ministerium für Umwelt bezuschusst.
An den neuen RW Kanal werden alle Straßeneinläufe und wenn möglich, die vorderen Dachentwässerungen der Häuser angeschlossen.
Beim Straßenbau wird sich auch einiges ändern. Dieser erfolgt höhengleich, d.h. es wird keinen Höhenunterschied mehr zwischen Fahrbahn und Gehwegen geben, also auch keine Bordsteine. Außerdem werden Gehwege und Fahrbahn mit Verbundsteinen ausgebaut. In den Gehwegen werden normale, allerdings 10 cm dicke Rechteckverbundsteine, verlegt. In der Fahrbahn finden, speziell für die dortige Belastung geeignete Steine Verwendung. Beim Regelquerschnitt wurde darauf geachtet, dass zumindest auf einer Seite ein Gehweg mit normgerechter Breite von 1,50 m auf die gesamte Länge entsteht (in Fahrtrichtung bergab auf der linken Seite). Daran schließt sich eine 3,00 m breite Fahrbahn an. Beide werden von einer 30 cm breiten Entwässerungsrinne getrennt, die das Regenwasser ab- und den Regeneinläufen zuführt. Auf der rechten Seite wird die Fahrbahn wiederum von einer Entwässerungsrinne begrenzt, an die sich ein 2,00 m breiter Parkstreifen anschließt. Den verbleibenden Raum bis zu den Häuserfronten auf der rechten Seite bezeichnet man am besten als Angleichungsfläche, da der Weg dort unterschiedliche Breiten haben wird.
Aktuell erfolgt der Ausbau von der Kreuzung Gänsberg/Adolf-Kolping-Straße bis Haus Nr. 9 am Gänsberg. Der Rest bis zur Einmündung in die Hauptstraße, soll bei deren Erneuerung in ca. 1 ½ Jahren, ergänzt werden. Dabei erfolgt auch eine Verbreiterung des Gänsbergs an der jetzigen Engstelle auf Höhe von Haus Nr. 5-7.
Kosten
Die Förderung durch das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz erfolgt gemäß der Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen für Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte (Aktion Wasserzeichen) vom 01.01.2021.
Die Projektförderung liegt lt. Zuwendungsbescheid vom 21.02.2022 bei 65 % der zuwendungsfähigen Kosten, höchstens jedoch 329.169,56 €
Kontakt
Abt. IV - Bau- und Umweltamt
Gemeinde Spiesen-Elversberg
Hauptstraße 116
66583 Spiesen-Elversberg
